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Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-144963
URL: http://opus.uni-lueneburg.de/opus/volltexte/2018/14496/


Facetten der allgemeinen Aktiviertheit:Hirnstromaktivität, erlebte Aktiviertheit, Extraversion und Neurotizismus

Facets of general activation: brain current activity, experienced alertness, extraversion an neuroticism

Balko, Valentina


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SWD-Schlagwörter: Hirnfunktion , Aktivierung , Spektralanalyse
Freie Schlagwörter (Deutsch): Extraversion , Fast-Fourier-Transformation
Freie Schlagwörter (Englisch): activation , arousal , extraversion , power spectral analysis , absolute power
Institut: Psychologie/Wirtschaftspsychologie
DDC-Sachgruppe: Philosophie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Müller, Friedrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.03.2018
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 13.06.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Unter allgemeiner bzw. unspezifischer Aktiviertheit wird ein Zustandskontinuum verstanden, welches vom tiefen Schlaf bis zur extremen Erregung reicht (Bartenwerfer, 1969; Duffy, 1962; Malmo, 1959). Einige Persönlichkeitstests (EPI, EPQ, NEO-FFI) erfassen die Aktiviertheit in Form der Intensität bestimmter Verhaltensweisen. Andere Indikatoren für die Aktiviertheit sind psychophysiologische Maße und die Beschreibung der erlebten Anspannung. Viele der Untersuchungen, die psychophysiologische Messmethoden einsetzen, erfassen Parameter des Autonomen Nervensystems (e.g. Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit) als Indikatoren für die allgemeine Aktiviertheit. Die in der Fachliteratur mitgeteilten Forschungsergebnisse sind jedoch uneinheitlich. Sie lassen in ihrer Zusammenschau keine gesicherten Aussagen zu.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen der erlebten Aktiviertheit und Indikatoren der Hirnstromaktivität, unter der Berücksichtigung der Persönlichkeitsfaktoren Extraversion und Neurotizismus, zu untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Erfassung der erlebten Aktiviertheit gerichtet. Als theoretische Basis bietet sich H. Eysencks Arousal-Theorie (1967, Eysenck & Eysenck, 1987) an, die eine Brücke von den Persönlichkeitsfaktoren Extraversion und Neurotizismus zur Hirnaktivität schlägt. Es wird ein Modell der übergeordneten Aktiviertheit vorgeschlagen, das die allgemeine Aktiviertheit als ein übergeordnetes Konstrukt beschreibt, welches durch die drei Faktoren erlebte Aktiviertheit, Hirnstromaktivität und Persönlichkeitseigenschaften repräsentiert wird. Die Hirnstromaktivität beschreibt die physiologische Seite, während die erlebte Aktiviertheit die psychometrische Seite der allgemeinen Aktiviertheit darstellt. Die Wirkung der Extraversion und des Neurotizismus auf die Aktiviertheit beeinflusst das Verhalten. Alle drei Faktoren hängen miteinander zusammen.
In den hier berichteten Experimenten wurden die Persönlichkeitsfaktoren mit dem NEO-FFI nach Costa und McCrae (1989) und die erlebte Aktiviertheit mit der Kategorien- Unterteilungsskala (Heller, 1981) erfasst. Zur Beschreibung der Hirnstromaktivität wurden sowohl die insgesamt gemessene Hirnstromaktivität als auch die Aktivität in unterschiedlichen Frequenzbändern ausgewertet. In der ersten Studie wurden Probanden drei unterschiedlich beanspruchenden Situationen ausgesetzt. Es wurde festgestellt, dass die Hirnstromaktivität und die erlebte Aktiviertheit, wie angenommen, in einem negativen Zusammenhang miteinander stehen. Die Extraversion und der Neurotizismus zeigten keine Zusammenhänge mit den anderen Faktoren. In der zweiten Studie wurden die Probanden in vier unterschiedlich beanspruchenden Situationen untersucht. Zwischen den drei Faktoren konnten die angenommenen Zusammenhänge nicht bestätigt werden.
Die Ergebnisse der beiden Studien können das vorgeschlagene Modell der übergeordneten Aktiviertheit nicht stützen. Zwar wurde in der ersten Studie ein postulierter Zusammenhang zwischen der erlebten Aktiviertheit und Hirnstromaktivität beobachtet, in der zweiten Studie konnte dieser jedoch nicht bestätigt werden. Die Persönlichkeitsdimensionen Extraversion und Neurotizismus zeigten in beiden Studien nicht die angenommenen Zusammenhänge mit den anderen Faktoren. Die über unterschiedlichen Hirnregionen abgeleitete Hirnstromaktivität aus der ersten und zweiten Studie wurde anschließend getrennt explorativ betrachtet. Das Ziel der explorativen Untersuchung war es, in den einzelnen Hirnregionen spezifische Muster zwischen den drei Faktoren zu finden, die in den über die gesamte Kopfoberfläche zusammengefassten Daten nicht ersichtlich waren. Diese Analyse sollte Hinweise für weitere, tiefergehende Experimente zur Aktiviertheit geben. Die explorative Betrachtung der Datensätze aus der ersten Studie zeigte, dass die Mehrheit der über unterschiedlichen Hirnarealen gewonnenen Daten konform mit den über die gesamte Kopfoberfläche erhobenen Ergebnissen sind. Zwei Hirnregionen (midtemporal und okzipital) fielen jedoch wiederholt auf. Die explorative Betrachtung der zweiten Studie ergab, dass sich die EEG-Aktivität über vier Hirnregionen (lateral frontal, midtemporal, posterior temporal, okzipital) von den über die gesamte Kopfoberfläche berechneten Daten unterscheiden. Da die midtemporalen und okzipitalen Hirnregionen sich bereits in der ersten explorativen Untersuchung von den Ergebnissen zu anderen Hirnregionen unterschieden, sollten sie in weiteren Untersuchungen zur allgemeinen Aktiviertheit besonders berücksichtigt werden.
Kurzfassung auf Englisch: General or unspecific activation is understood as a continuum of state that ranges from deep sleep to extreme excitation (Bartenwerfer, 1969; Duffy, 1962; Malmo, 1959). Some personality tests (EPI, EPQ, NEO-FFI) assess activation by the intensity of certain behaviour. Other indicators of activation are psychophysiological measures and ratings of experienced activation. Many of the studies using psychophysiological measures record parameters of the autonomic nervous system (e.g. heart rate, skin conductance) as indicators of general activity. However, the research results reported in the scientific literature are inconsistent. In their summary, they do not allow any reliable statements. The aim of the present work is to investigate the relationships between the experienced activation and indicators of brain wave activity, taking into account the personality factors extraversion and neuroticism. Special attention is paid to the recording of the experienced activation. H. Eysenck´s Arousal Theory (1967, Eysenck & Eysenck, 1987), which bridges the personality factors extraversion and neuroticism to brain structures, provides a theoretical basis. A model of superordinate activation is proposed that describes unspecific or general activation as a superordinate construct represented by the three factors: experienced activation, brain wave activity and personality traits. Brain activity describes the physiological side,while the experienced activation represents the psychometric side of general activation. The effect of the personality factors extraversion and neuroticism on activation influences behavior. All three factors are interrelated. In the experiments reported here, the personality factors are obtained using the NEO-FFI (Costa & McCrae, 1989). The experienced activation was recorded using a Category Partitioning Scale (Heller, 1981). To describe brain wave activity, both the total brain wave activity was recorded and than the activity in different frequency bands was analysed. In the first of two studies, subjects were exposed to three different situations. It was found that the brain wave activity and the experienced activation, as assumed, are in a negative relationship. Extraversion and neuroticism showed no correlation with the other factors. In the second study, the subjects were examined in four different situations. Between the three factors, the assumed relationships could not be confirmed. The results of the two studies do not support the proposed model of superior activation. Although the first study observed a postulated correlation between activation and brain wave activity, the second study could not confirm this. The personality dimensions extraversion and neuroticism did not show the assumed correlations with the other factors in both studies. The brain wave activity derived from the first and second study over different brain regions was then exploratively examined. The aim of the explorative study was to find specific patterns in the individual brain regions that were not apparent in the data summarized over the entire head surface. This analysis should provide hints for further, deeper experiments on activation. The exploratory examination of the data sets from the first study showed that the majority of the data obtained over different brain areas are in line with the results obtained over the entire head surface. However, two brain regions (midtemporal and occipital) showed different patterns. The exploratory examination of the second study showed that the EEG activity across four brain regions (lateral frontal, midtemporal, posterior temporal, occipital) differs from the data calculated over the entire head surface. Since the midtemporal and occipital brain regions already differed in the first exploratory study from the results to other brain regions, they should be given special consideration in further studies on general activation.


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Letzte Änderung: 10.11.16