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URN: urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-145361
URL: http://opus.uni-lueneburg.de/opus/volltexte/2019/14536/


Der Beitrag kleiner landwirtschaftlicher Betriebe zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume : Eine Untersuchung in ausgewählten Regionen Polens

The contribution of small farms to the sustainable development of rural areas : a study in selected regions of Poland

Szumelda, Anna Urszula

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Keywords from authority file SWD (German): Polen , Landwirtschaft , ländliche Räume , Nachhaltigkeit , kleine wirtschaftliche Betriebe
Free keywords (German): Wachstumskritik , Suffizienz, Subsistenz
Free keywords (English): Poland , agriculture , rural areas , sustainability , small farms , degrowth , sufficiency , subsistence
Institute: Nachhaltigkeitsmgmt./-ökonomie
Dewey Decimal Classification: Landwirtschaft, Veterinärmedizin
Document type: Dissertation
Advisor: Hofmeister, Sabine (Prof. Dr.)
Language: German
Date of examination: 12.02.2019
Year of creation: 2019
Date of publication: 08.05.2019
Abstract in German: Polen weist insbesondere im Süden und Osten des Landes, aber auch in seinen anderen Landesteilen, eine kleinteilige Agrarstruktur auf. Eine solche kleinteilige Agrarstruktur ist in den Augen der polnischen Agrarpolitik ein unerwünschtes Phänomen. Entsprechend misst sie der Veränderung der kleinteiligen Agrarstruktur Polens zu größeren Einheiten hin eine hohe Priorität bei. Vor dem Hintergrund vielfältiger sozial-ökologischer Krisenphänomene, die oftmals mit einer intensiven, industriellen und großskaligen Landwirtschaft verbunden sind, stellt sich jedoch die Frage, ob solche Bestrebungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit, der sich die polnische Agrarpolitik und die Politik für die Entwicklung ländlicher Räume ebenfalls verpflichtet, zielführend sind. Um dieser Frage nachzugehen, wurde für die vorliegende Dissertation in zwei landwirtschaftlich besonders kleinteilig strukturierten Regionen Polens (Wojewodschaft Lubelskie und Wojewodschaft Podkarpackie) eine empirische Studie unter Betreiberinnen und Betreibern von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Ziel der Studie war es zu untersuchen, welche Lebenswirklichkeiten und Wirtschaftsweisen sich in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben finden und ob diese Lebenswirklichkeiten und Wirtschaftsweisen den vielfältigen landwirtschaftsbezogenen sozial-ökologischen Krisenphänomenen entgegenwirken können. Den theoretischen Hintergrund der Arbeit bilden die Nachhaltigkeitsdebatte, das Konzept der gesellschaftlichen Naturverhältnisse der Sozialen Ökologie sowie wachstumskritische Positionen (insbesondere die Ansätze von Suffizienz und Subsistenz). Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass die Lebenswirklichkeiten und Wirtschaftsweisen von Betreiberinnen und Betreibern von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben sehr vielfältig sind. Die befragten Landwirtinnen und Landwirte verfolgen in ihren Betrieben unterschiedliche ökonomische Modelle - einige von ihnen sind ökonomisch erfolgreiche Landwirtinnen und Landwirte im Vollerwerb, andere haben sich bewusst für Nebenerwerbslandwirtschaft entschieden, und noch andere schließlich betreiben Landwirtschaft aus einer ökonomischen Notwendigkeit und einem Mangel an Alternativen heraus. Doch trotz der unterschiedlichen ökonomischen Modelle, die die befragten Landwirtinnen und Landwirten in ihren Betrieben verfolgen, liegen ihrem Handeln gleichermaßen der Wunsch nach Existenzsicherung und der Wunsch nach Autonomie als wesentliche Motivation zugrunde. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der empirischen Studie einige der Herausforderungen für Betreiberinnen und Betreiber von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben auf, die aus den gegenwärtigen institutionellen und politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft resultieren. Ebenso zeigen die Ergebnisse, dass die Wirtschaftsweisen, die in den untersuchten kleinen Betrieben vorgefunden wurden, nur bedingt zu einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume beitragen können. Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen insbesondere die Dringlichkeit auf, die gegenwärtigen politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu ändern und naturerhaltende Wirtschaftsweisen auch finanziell attraktiv zu machen, wenn diese einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume leisten sollen.
Abstract in English: 1 Poland´s small-scale agricultural structure, commonly found above all in the east and south of the country, is seen as undesirable by Polish policy makers, who assign a high priority to the promotion of change from small to larger units. Against the background of multiple socialecological crises, often tied to practices of intensive, industrial and large-scale agriculture, the question must be raised, however, whether these efforts can achieve the goal of sustainability, which is set as a goal of Poland´s agricultural policy and the policy for the development of rural areas at the same time. To investigate this issue, an empirical study was carried out in two regions of a small-scale agrarian structure in the east and south-east of Poland (voivodeship Lubelskie and voivodeship Podkarpackie) with the aim to see what life situations and economic activities could be found in small farms and whether they could provide a counterweight to the multiple social and ecological crisis phenomena in agriculture. The thesis´ theoretical background is based on the debate on sustainability, on the concept of societal relations to nature of the Social Ecology, and on the debate on degrowth (especially on the aspects of sufficiency and subsistence). The study´s findings show that the life situations and economic activities on the investigated farms are very diverse. There are different economic models pursued by the interviewed farmers - some of them are economically successful full-time farmers, some are part-time farmers out of choice, and some farmers do farm out of economic necessity. However, despite the different economic models pursued by the farmers, there are two main common motivations underlying the farmers´ activities - the desire for a secure existence and the desire for autonomy. In general, the study´s findings show some of the challenges that small scale farmers have to face with respect to the current institutional and economic-political environment for agriculture. They also show that the economic activities pursued on the investigated farms can contribute to the sustainable development of rural areas only in a limited sense; what they demonstrate above all is the urgency of the change needed in the economic-political framing conditions for agriculture if nature-conserving agricultural practices, which are at the same time financially attractive for the farmers, are to make their contribution to the sustainable development of rural areas.


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