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URN: urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-145497
URL: http://opus.uni-lueneburg.de/opus/volltexte/2019/14549/


Governing for Sustainable Agriculture in the EU : Promoting Multi-Stakeholder Collaboration

Gesellschaftliche Steuerung hin zu nachhaltiger Landwirtschaft in der EU : Förderung der Zusammenarbeit verschiedener Stakeholder

Velten, Sarah

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Keywords from authority file SWD (German): Governance , Nachhaltigkeit
Free keywords (German): Governance System , Kollaborative Initiativen , Erfolg , systematische Literatur-Review
Free keywords (English): Sustainability governnace , governance system , collaborative initiatives , mixed methods , case survey
Institute: Nachhaltigkeit
Dewey Decimal Classification: Politik
Document type: Dissertation
Advisor: Newig, Jens (Prof. Dr.)
Language: English
Date of examination: 27.03.2019
Year of creation: 2019
Date of publication: 03.06.2019
Abstract in German: Über 25 Jahre nach der UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro in 1992 ist die Landwirtschaft in der Europäischen Union (EU) unter dem Strich kein Stück näher daran nachhaltig zu sein. Bisher basierten Anstrengungen für eine nachhaltigere Gestaltung der Landwirtschaft vorranging auf „Mainstream-Wissenschaft“. Dies hat dazu geführt, dass Strategien vor allem auf die landwirtschaftliche Produktion gerichtet sind, Maßnahmen auf einzelne landwirtschaftliche Betriebe abzielen und der Hauptfokus auf technologiezentrierten Lösungen liegt. Im Gegensatz dazu gibt es zahlreiche Auffassungen, die hervorheben, dass solche Ansätze im Umgang mit nachhaltigkeitsbezogenen wicked problems unzureichend sind. Stattdessen, so wird argumentiert, müssen wir die gesellschaftliche Steuerung von Nachhaltigkeitsproblemen hinterfragen, d.h. wer welche Entscheidungen in welcher Art und Weise trifft. Ein zentraler Aspekt solcher Nachhaltigkeits-Governance ist die Zusammenarbeit verschiedener Akteure (Kollaboration), welche sowohl für ihre Stärken gelobt als auch für ihre Herausforderungen stark kritisiert wird.
Die potentiellen Vorzüge von Kollaboration als Mittel der Nachhaltigkeitsgovernance sind offenbar auch bereits im Kontext der EU-Landwirtschaft erkannt worden. Allerdings gibt es hier einen Mangel an holistischer Betrachtung davon, wie Kollaboration systematisch in die Governance der EU-Landwirtschaft integriert und gefördert werden kann. Außer durch Veränderungen des übergreifenden Governance-Systems ‚von oben herab‘ ist ein Vorantreiben einer nachhaltigen Landwirtschaft auch möglich, indem bestehende und aufkeimende kleinskalige kollaborative Initiativen unterstützt werden. Zwar gibt es bereits umfangreiche Forschung über die Bedingungen, die den Erfolg solcher kleinskaligen kollaborativen Initiativen in ähnlichen Bereichen beeinflussen. Allerdings erlauben die Erkenntnisse aus dieser Forschung wenig Überblick über übergreifende Muster. Außerdem zielt nur ein sehr kleiner Teil dieser Forschung spezifisch auf kollaborative Initiativen für nachhaltige Landwirtschaft ab. Die Förderung von Kollaboration für nachhaltige Landwirtschaft wird zudem noch weiter dadurch verkompliziert, dass das Konzept der nachhaltigen Landwirtschaft inhärent mehrdeutig und umstritten ist, so dass wenig Klarheit über die Bedeutung dieses Begriffs herrscht.
Diese kumulative Dissertation befasst sich mit diesen Forschungslücken und möchte zu einem besseren Verständnis beitragen, wie Kollaboration als ein Mittel zur Steuerung hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft gefördert und gestaltet werden kann. Zu diesem Zweck verfolgt diese Dissertation drei Unterziele: 1) Eine Weiterentwicklung bzgl. des Verständnisses des Konzepts nachhaltige Landwirtschaft; 2) Analyse und Bewertung des gegenwärtigen Governance-Systems hinsichtlich seines Potenzials Kollaboration zu befördern oder zu behindern; 3) konzeptionelle und empirische Beurteilung davon, wie die Zusammenarbeit verschiedener Akteure als Mittel für eine Steuerung hin zu nachhaltiger Landwirtschaft gefördert werden kann, sowohl von einer top-down als auch von einer bottom-up-Perspektive. Hierbei betrachtet diese Dissertation die Landwirtschaft in der EU und wendet einen Mix verschiedener Methoden an, die von qualitativ bis vorrangig quantitativ reichen.
Die Ergebnisse dieser Dissertation zeigen auf, dass Kollaboration als ein Ansatz der Steuerung hin zu nachhaltiger Landwirtschaft bisher zu wenig geschätzt und sogar erschwert wurde. Im Gegensatz dazu zeigt diese Dissertation Argumente dafür auf, dass Kollaboration ein vielversprechender Weg ist um eine
nahhaltige Landwirtschaft voranzutreiben und zu realisieren. Außerdem betont diese Dissertation die Notwendigkeit verschiedene Ansätze der Kollaboration und nachhaltigen Landwirtschaft zu integrieren. In Summe fordern und rechtfertigen die Ergebnisse dieser Dissertation mehr Forschung, Diskussion und Handeln im Hinblick auf Kollaboration im Kontext einer nachhaltigen Landwirtschaft. Zusätzlich liefert diese Dissertation erste handfeste Ergebnisse sowohl über Prinzipien für einen systemischen Wandel um eine Steuerung hin zu nachhaltiger Landwirtschaft zu fördern als auch über Faktoren, die für ein erfolgreiches Management von kleinskaligen kollaborativen Initiativen entscheidend sind. Nicht zuletzt empfiehlt diese Dissertation eine ‚integrative Einstellung‘ sowohl von Forschern untereinander als auch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern, welche kollegialere, kollaborativere und hoffentlich auch konstruktivere Forschung, Diskussion und Handlung für nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen könnte.
Abstract in English: Over 25 years after the UNCED conference in Rio de Janeiro in 1992, agriculture in the European Union
(EU) has below the line not come much closer to being sustainable. By now, efforts to promote sustainability
in agriculture have predominantly been based on “mainstream science”. This has resulted in strategies
directed mainly at agricultural production, measures targeted at individual farms, and a major focus on
technology-centered solutions. Yet, there have been many claims emphasizing that such approaches are
insufficient to deal with wicked, sustainability-related problems. Rather, it has been argued, we need to
question the governance of sustainability issues, i.e. who makes which decisions in which way. A central
aspect of sustainability governance is collaboration, which has been lauded for its benefits but also criticized
for its challenges.
The potential benefits of collaboration have apparently been recognized also in the context of EU agriculture.
Yet, there has been a lack of holistic consideration of how collaboration can be systematically integrated
and promoted in the governance of EU agriculture. Sustainable agriculture cannot only be encouraged
through changes in the overall governance system but also through the support of existing and emerging
small-scale collaborative initiatives for sustainable agriculture. Indeed, there has been substantial research
on the conditions that influence success of similar collaborative initiatives. However, the knowledge resulting
from this research remains rather scattered and does not allow for the identification of overall patterns.
Additionally, little of this research specifically focuses on sustainable agriculture. What is more, the promotion
of collaboration for sustainable agriculture is further complicated by the lack of clarity of the meaning of
sustainable agriculture, which is an inherently ambiguous and contested concept.
This cumulative dissertation aims to address these gaps by contributing to a better understanding of how
collaboration can be facilitated and designed as a means to govern for and advance sustainable agriculture.
For this purpose, the dissertation addresses three sub-aims: 1) Advancing the understanding of the concept
of sustainable agriculture; 2) scrutinizing the current governance system regarding its potential to facilitate
or hamper collaboration; 3) assessing conceptually and empirically how actor collaboration can be facilitated
as a means to govern for sustainable agriculture, both from a top-down and a bottom-up perspective. In
doing so, this dissertation focuses on EU agriculture and applies a mix of methods, ranging from qualitative
to quantitative dominant.
The findings of this dissertation highlight that collaboration has been underappreciated and even hampered
as an approach to governing for sustainable agriculture. In contrast, this dissertation argues that collaboration
offers one promising way to promoting and realizing agriculture and emphasizes the need to integrate
different approaches to collaboration and to sustainable agriculture. Thus, the findings of this dissertation
encourage and justify more research, discussion, and action around collaboration in the context of sustainable
agriculture. Additionally, the dissertation provides first tangible insights both on principles for systemic
change to promote governance for sustainable agriculture and on factors that are crucial for the successful
management of small-scale collaborative initiatives. Most importantly, this dissertation advocates an ‘integrative
attitude’ among and between scientists and practitioners which could enable more collegial, collaborative
and hopefully more constructive research, discussion and action for sustainable agriculture.


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