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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-145752
URL: http://opus.uni-lueneburg.de/opus/volltexte/2019/14575/


Free will in psychological research : considerations on methodic procedure and reproducibility of results

Der freie Wille in der psychologischen Forschung : Betrachtungen der methodischen Vorgehensweise und Reproduzierbarkeit der Ergebnisse

Melcher, Wiebke

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Institut: Psychologie/Wirtschaftspsychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Pfister, Hans-Rüdiger (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.08.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 25.09.2019
Kurzfassung auf Englisch: When Libet and colleagues published their results on the temporal order of movement preparation and the reported time of conscious will to move in 1983, they shed some doubt on the existence of free will. This marked the beginning of a controversial and still ongoing debate, not only about the existence of free will, but also about the appropriateness of methods and validity of results from research on free will. Only a few empirical contributions were added to this debate in the last decades, so the discussion about the existence of free will sometimes seems to rely more on personal views than on empirical evidence. Opportunely, belief in free will was also discovered as psychological research topic. Literature on belief in free will shows some evidence that most laypersons across different cultural backgrounds believe that they have free will and that a person’s belief in free will might have an impact on cognition and behavior, tending to positive outcomes with a greater belief in free will. Empirical findings from the German-speaking area are sparse, probably due to a lack of validated measurements assessing belief in free will available in the German language. For many psychological research fields, recent years have been characterized by the publication crisis. To overcome the crisis, it is important to critically scrutinize the methodological procedures used in a specific research field, to replicate published results, and to examine the ability to generalize these results to a broader context. The aim of this dissertation is to critically examine some aspects in psychological research on free will and the belief in free will. Two studies are reported that aim to generalize the Libet paradigm for a free and voluntary decision with consequences for the acting person, as this was never reported to have been researched in literature before, and to test the critical objection that the measurement of reporting the conscious intention to move has a direct effect on the result in the Libet paradigm. Furthermore, the construction of the first inventory measuring belief in free will in the German language is described. This inventory was also created with the aim of overcoming some methodological problems in the existing instruments in English language. Furthermore, studies on the experimental manipulability of the belief in free will are reported. These findings provide implications in view of the current state of research on free will and belief in free will and its reliability.
Kurzfassung auf Deutsch: Die Publikation der berühmten Studie von Libet und Kollegen (1983) zur zeitlichen Reihenfolge von der neuronalen Vorbereitung einer Handlung, die dem Zeitpunkt der bewussten Handlungsentscheidung vorausgeht, säte erste Zweifel an der Existenz des freien Willens und markiert den Beginn einer kontroversen und bis heute offenen Debatte, die nicht nur über die Existenz des freien Willens an sich geführt wird, sondern auch über die Angemessenheit der eingesetzten Untersuchungsmethoden und Verlässlichkeit der Ergebnisse der Forschung zum freien Willen. In den letzten Jahrzehnten gab es nur wenige Beiträge empirischer Art zu dieser Debatte, sodass bisweilen der Anschein erweckt wird, dass Beiträge mehr auf der persönlichen Überzeugung der Beteiligten basieren als auf empirischen Belegen. Passenderweise ist auch der Glaube an den freien Willen zum Thema psychologischer Forschung geworden. In der Literatur finden sich Hinweise darauf, dass Laien verschiedener kultureller Hintergründe zumeist glauben, einen freien Willen zu haben und dass der persönliche Glaube an den freien Willen einen Einfluss auf das Erleben und Verhalten hat, mit der Tendenz zu positiverem Verhalten, wenn der Glaube an den freien Willen stärker ist. Empirische Befunde aus dem deutschsprachigen Raum sind selten, möglicherweise da es bisher kein geeignetes und validiertes Fragenbogeninstrument zur Erfassung des Glaubens an den freien Willen gibt. Die letzten Jahre sind geprägt von der Replikationskrise, die in weiten Teilen zu Zweifeln an der Belastbarkeit und Replizierbarkeit von psychologischer Forschung führte und auch zeigte, wie wichtig die Replikation von Forschungsergebnissen für den Erkenntnisgewinn ist. Um diese Krise zu bewältigen, ist es wichtig, die in einem Forschungsfeld genutzten Methoden kritisch zu hinterfragen, bereits publizierte Befunde zu replizieren und die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf einen größeren Kontext zu untersuchen. Ziel dieser Dissertation ist es, einige Aspekte der psychologischen Forschung zum freien Willen und zum Glauben an den freien Willen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Zwei Studien werden berichtet, deren Ziel es ist, das Libet-Paradigma auf eine freiwillige Entscheidung zu übertragen, die reelle Konsequenzen für die handelende Person hat, da eine solche Studie bisher nicht veröffentlicht wurde. Außerdem wurde getestet, ob die Zeitschätzung der bewussten Handlungsintention einen direkten Einfluss auf das im Libet-Paradigma gemessene Bereitschaftspotential hat. Des Weiteren wird die Entwicklung eines ersten deutschsprachigen Fragebogeninventares zur Erfassung des Glaubens an den freien Willen beschrieben, welches auch einige methodische Schwierigkeiten der bestehenden englischsprachigen Instrumente überwindet. Zusätzlich werden Studien zur experimentellen
Manipulierbarkeit des Glaubens an den freien Willen berichtet. Die Ergebnisse der hier berichteten Studien geben Einblick in den aktuellen Stand und die Belastbarkeit der Forschung zum freien Willen und Glauben an den freien Willen.


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Letzte Änderung: 10.11.16